Kleine Geschichte vom Weinanbau

Gepostet von Weinkenner am Jun 30, 2011 in Weinanbau und -herstellung | 5 Kommentare

Der Weinanbau ist bereits seit v3.500 vor Christus bekanntAller Wahrscheinlichkeit nach hat der Weinanbau seine Ursprünge in Vorderasien. Hier gibt es Weinkelter in Felsen, die noch erhalten sind. Doch auch im alten Ägypten war der Weinbau bereits seit 3.500 vor Christus bekannt. Das haben Fachleute anhand von Wandmalereien in Gräbern und auch Tempeln erkennen können. In der Genesis ist zu lesen, dass Noah den ersten Weinberg angelegt habe und auch die Bibel berichtet davon, dass man in Palästina sehr gute Weine anbauen könne.

Der Weinanbau auf dem Vormarsch

Auch die alten Griechen wussten, wie man Wein anbaut. Schon Homer erwähnt in seinen Schriften den Wein gleich mehrfach. Beispielsweise bekamen die Belagerer Trojas Wein aus Thrakien geliefert. Und auch Odysseus wird im Verlauf seiner Fahrten mehrfach Wein gereicht. Darüber hinaus bekam er von seinem Vater Weinstöcke, um die er sich kümmern sollte und der Zyklop wird mit Hilfe des Weins besiegt, indem man ihn damit schlichtweg betrunken macht. In früheren Zeiten galt Weinbergfrevel in Griechenland als ähnlich schlimmes Vergehen wie Mord oder Tempelraub. Tatsächlich gibt es Grund zu der Annahme, dass der Weinanbau durch die Griechen nach Italien gekommen ist. Dies hat dazu geführt, dass die Wälder Italiens in großem Stil Weinbergen weichen mussten. Laut Sophokles ist Italien im 5. Jahrhundert eines der Lieblingsländer des Wein- und Fruchtbarkeitsgottes Bacchus. Auch die Verehrung des Bacchus brachten die Griechen nach Italien, nachdem sie von Kleinasien diesen Kult übernommen hatten. Zum Ende der Römischen Republik hatte der Weinanbau seine Blütezeit. Aus dieser Periode liegen viele Berichte über unterschiedliche Rebsorten und Erziehungsmethoden vor. Auch Herodot beschreibt ausführlich verschiedene Anbaumethoden in Südfrankreich, Spanien, Kleinasien und auch in Afrika. Weinbau war lukrativ und brachte viel mehr ein als andere Formen der Bewirtschaftung des Bodens. Aus diesem Grunde musste auf der Apenninenhalbinsel das Getreide für einige Zeit sogar aus anderen Ländern eingeführt werden. Im Gegenzug dazu gab es Weinexport, der für entsprechenden Wohlstand sorgte. Völker, die unterworfen wurden, wurde der Weinanbau verboten.

In Vino Veritas

Erst die Gallier brachten die Holzfässer ins Spiel. Zuvor bewahrte man Wein in Schläuchen aus Ziegenleder oder in Tongefäßen auf. Es war üblich, den Wein mit Wasser verdünnt zu trinken. Den Grundstein für den Weinanbau in Deutschland legten auch die Römer. Zunächst beschränkte es sich auf die linke Rheinseite, wie viele archäologische Funde aus dieser Zeit bestätigen. Die „Mosella“ beschreibt auf dichterische Weise den Weinanbau an der Mosel. Im Zuge der Völkerwanderung gelangte der Weinanbau durch die Karolinger ebenfalls in andere Regionen. Karl der Große brachte ihn in den Rheingau. Wie schon bei den alten Griechen, war Rebfrevel eine schlimme Tat, die mit Mord gleichgesetzt wurde. Durch die Unterstützung der Kirche und der regionalen Fürsten konnte sich der Weinanbau bis nach Mitteldeutschland und Thüringen ausbreiten. Im 9. Jahrhundert wurden die ersten Rebstöcke im Saaletal gepflanzt. Um das 16. Jahrhundert herum war die Blütezeit des Weinanbaus und es gab die weiteste Verbreitung. Dann änderten sich die Ansprüche der Konsumenten. Man verlangte höhere Qualität und weil der Handel immer weiter ausgebreitet wurde, waren neue Methoden des Weinanbaus und des Kellerbaus vonnöten. Heutzutage werden noch immer zirka 100.000 Hektar Reben in Deutschland angebaut.
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